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Zum ersten Mal seit seinem Bestehen ist der Wert des Indikatos der konjunkturellen Stimmungslage für die Bodenseeregion negativ. Der wirtschaftliche Stimmungsindex der Betriebe am Bodensee war zwar seit Ende 2007 deutlich gefallen, blieb aber im Vergleich mit den nationalen Indizes im positiven Bereich. Im 1. Halbjahr 2009 wirken sich die realwirtschaftlichen Folgen der globalen Krise auch in der Bodenseeregion deutlicher aus. Der Index befindet sich nun sichtbar im Minus. Offensichtlich korrigierten die Betriebe ihre Prognose Ende 2008 erheblich nach unten.
Die Aussichten für das kommende 2. Halbjahr 2009 sind jedoch freundlicher. ähnlich wie in den nationalen Indizes erkennbar, erwarten auch die Bodenseeanrainer eine leichte Erholung und Stabilisierung, wenn auch auf niedrigem Niveau. Ob diese Erholung nachhaltig ist, ist schwer einschätzbar und wird sich wohl erst in den kommenden Monaten deutlicher abzeichnen.
An der zurückliegenden Erhebung des BGKI.net nahmen 168 Unternehmen1 aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein teil.
Die Online Version der Auswertung, welche Sie gerade lesen, ist lediglich ein Auszug der wichtigsten Informationen. Weiterführende, detailliertere Informationen können Sie im vollständigen Ergebnisbericht nachlesen. Im oberen Teil der Seite finden Sie den Download-Link.
Der BGKI.net kann Werte zwischen -100 und +100 annehmen. Negative Werte stehen für rückläufige Konjunktur, positive für eine wachsende Wirtschaft. Die Null bedeutet Stagnation, also kein Wirtschaftswachstum. Der Index zeigt also ganz deutlich, in welche Richtung sich die Wirtschaft am Bodensee entwickeln wird.
Wie weit der Wert im positiven oder negativen Bereich liegt, gibt Aufschluss darüber, wie stark die Entwicklung um sich greift. Es kann +100 nur erreicht werden, wenn jeder Betrieb in allen abgefragten Bereichen eine positive Entwicklung zu verzeichnen hat.
Durch weiterführende Analysen lässt sich z.B. ermitteln, welche Bereiche extreme Werte aufweisen, oder aber welche Subgruppen der Teilnehmer (z.B. Branchen, Technologie, Land, Betriebsgrösse) in welchem Ausmass von der aktuellen Entwicklung erfasst werden. Diese Erkenntnis ist dann hilfreich, um geeignete wirtschaftspolotische Massnahmen zu definieren oder die richtige Betriebsstrategie zu wählen.
Bildung des Index
Die vorliegende Index ist ein Indikator der aktuellen konjukturellen Stimmung und wird aus drei gewichteten Faktoren (punktuelle Geschäftslage allgemein, Investitionen und Neueinstellungen, Umsatz und Auftragseingang) gebildet. Mehr zur Bildung des Index finden Sie unter
Methode / Technik
Erneut waren vor allem Industrie, die Informations- und Kommunikationsbranche, sowie Dienstlei- stungsunternehmen überdurchschnittlich vertreten. Der nach den am stärksten vertretenen Bran- chen differenzierte Blick auf die konjunkturelle Stimmungslage zeigt deutliche Unterschiede.


Während die Informations- und Kommunikationsbranche sowie die wirtschaftlichen Dienstleister und die sonstigen Dienstleistungsunternehmen die derzei- tige Situation als stagnierend oder leicht negativ bewerten, fällt die Einschätzung der Industriebetriebe deutlich schlechter aus. Dies wiegt vor dem Hintergrund des Beschäftigungsanteils der Industrie mit über 37 % bezogen auf die teilnehmenden Unternehmen umso schwerer. Auch auf Grund der Prognose der Industrieunternehmen ist damit zu rechnen, dass sich der bereits begonnene Beschäftigungsabbau und die Zurückhaltung bei Investitionen zumindest bis Ende des Jahres fortsetzen wird.
Die wirtschaftliche Aktivität der Unternehmen der teilnehmerstärksten Branchen in der Region ist heterogen. Gemessen wird die regionale Aktivität mit dem Anteil des Absatzes in der Region sowie dem prozentualen Anteil verarbeiteter Inputs in der Region produzierender Zulieferbetrieb. Betriebe mit einem überdurchschnittlichen Anteil regionaler Zulieferer setzen im Durchschnitt auch deutlich mehr im Bodenseegebiet ab. Hierbei erzielen Industrieunternehmen im Vergleich einen deutlich geringeren Teil ihres Absatzes in der Region erzielen und werden in weit geringerem Umfang aus der Region beliefert. Die regionale wirtschaftliche Verflechtung der Unternehmen der Kommunikationsbranche sowie der wirtschaftlichen und übrigen Dienstleister ist erwartungsgemäß deutlich größer als im Bereich Industrie. Dies gilt sowohl für Zulieferer als auch die Absatzmärkte. Handel und KFZ Branche setzen wiederum in der Region anteilig viel ab. Der Anteil von Inputs aus der Region ist mit weniger als 20% der geringste der insgesamt betrachteten Unternehmen.
Bezogen auf die aktuelle wirtschaftliche Lage, also die Lage im zurückliegenden Halbjahr, ergibt sich bei dieser Umfrage kein direkter, robuster Effekt der regionalen Aktivität. Vielmehr ist dieser Effekt, wie oben beschrieben, stärker branchenabhängig, wobei besonders die Industrie eine pessimistische Einschätzung abgibt. Dennoch: um letzten Endes beochbachten zu können ob sich regionale Verflechtung positiv in der Krisenbewältigung bemerkbar gemacht hat wird es wohl einer Analyse über einen längeren Zeitraum seit der Krise bedürfen.
Nehmen dieselben Unternehmen wiederholt an der Umfrage des BGKI.net teil, entsteht ein so genanntes Panel. Dieses Panel ermöglicht eine Längsschnittanalyse. Eine Analyse also, die wiederholte Antworten derselben Unternehmen nutzt. Längsschnittanalyse bieten eine besonderen Informationsgehalt, insbesondere für die befragten Unternehmen selbst, deren Fähigkeit zur Einschätzung der eigenen Geschäftstätigkeit analysiert werden kann.
Derzeit arbeitet der BGKI.net an einem weiteren Ausbau des Panelbereichs - nehmen Sie regelmässig Teil!